Portrait von Ilyas
Kevin Nestler · Erzieher

Über mich · persönlich

Ich bilde die Menschen aus, die ich früher gebraucht hätte.

Ich war selbst das Kind, um dessen Abschluss alle bangten. Heute bin ich die Unterstützung, die ich damals gebraucht hätte – fachlich, ehrlich und aus Überzeugung.

Fachlich qualifiziert
Authentisch
Aus der Praxis
weiter

Persönlicher Weg

Ich kann verstehen
wie die Kinder sich fühlen.

Erzählen kann jeder, aber fühlen können nur die, die Gleiches erlebten.

01 · Kindheit

Noten waren mir nicht wichtig. Freunde schon.

Gute Noten zu schreiben war mir nie wichtig – denn davon hatte ich in dem Moment nichts. Das Hier und Jetzt war für mich als Kind das Wichtigste. Was in zehn Jahren ist? Das spielte für mich als neurodivergentes Kind keine Rolle. Warum sollte ich als Zehnjähriger für etwas arbeiten, dessen Früchte ich vielleicht erst in zehn Jahren ernte?

Gemocht zu werden – das war mir am wichtigsten. Das waren meine inneren Wünsche. Nach außen machte mich das zum „Problemkind“: massive Störung des Unterrichts, tägliche Konflikte, unentschuldigtes Fehlen. Das volle Programm eben. Dabei war mir der Unterricht gar nicht egal. Aber manches verstand ich ohne Hilfe einfach nicht – und fragen fiel mir schwer, weil ich Angst hatte, „dumm“ zu wirken.

Gemocht zu werden – das war mir am wichtigsten.
Platzhalter für ein warmes Portrait aus der Kindheit

02 · Unterstützung

Was ich wirklich brauchte.

Jeder zweifelte daran, dass ich einen Abschluss schaffe. Und ich glaube, so wäre es auch gekommen – wenn das Schicksal mir nicht in letzter Sekunde die Hilfe vor die Füße gelegt hätte. Eine private Nachhilfe wurde meine Rettung. Eine Person, die nah an mir dran war. Die mir Inhalte so erklärte, dass selbst ein Fünfjähriger sie verstanden hätte.

Und vor allem: eine Person, der ich vertrauen und der ich mich öffnen konnte. Parallel dazu hatte ich regelmäßigen Kontakt zur Schulsozialarbeiterin meiner Schule.

Illustrative Platzhaltergrafik für Nachhilfe und Unterstützung

03 · Wendepunkt

Der Wendepunkt.

Bis zur 8. Klasse fürchtete man um meinen Abschluss. Aber es gab Menschen, denen ich wichtig war und die mich nicht aufgegeben haben. Dieses Gefühl – zu wissen, dass es Menschen gibt, die etwas von mir halten und etwas in mir sehen – gepaart mit der richtigen Unterstützung, brachte mich zu meinem besten Zeugnis in der 9. Klasse.

Eine Prüfung musste ich nicht einmal ablegen, ich wurde direkt in die 10. Klasse versetzt. Noch heute sprechen alte Mitschüler darüber, wie erstaunt sie über meine Entwicklung waren. Heute stehe ich mit Fachhochschulreife und abgeschlossener Ausbildung im Leben – und arbeite in dem Beruf, in dem ich immer sein wollte.

Zu wissen, dass Menschen etwas in mir sehen, hat alles verändert.
Platzhalter für ein persönliches Foto aus der Schulzeit
Platzhaltergrafik für Schulbegleitung und pädagogische Arbeit

04 · Mission

Meine Mission.

Sie können jeden fragen: Pädagogik war von klein auf „das Thema“ für mich. Jetzt bin ich mittendrin. Als Jugend- und Familienhelfer habe ich mit unzähligen Kindern gearbeitet, die in derselben Lage waren wie ich damals – die aber, anders als ich, vom System fallen gelassen wurden. Es machte mich krank, das Problem und die Lösung zu kennen, aber nicht mehr tun zu können, als das System zu nutzen, das existiert.

Ich wollte mehr, als drei Stunden die Woche für ein Kind da zu sein. Ich will etwas verändern. Ich will etwas bewirken. Deshalb will ich das, was das System bietet, qualitativ auf eine andere Ebene bringen – auf ein Niveau, das den heutigen Anforderungen gerecht wird.

Ich sehe Schulbegleitung nicht als Notlösung, sondern als genau das, was Kinder brauchen. Aber Schulbegleitungen, die nicht mal wissen, wie man ADHS buchstabiert – das ist leider eine traurige Realität. Eine Realität, die ich ändern möchte. Und ich bin überzeugt: Es ist möglich. Also, auf geht's!

Ich sehe Schulbegleitung nicht als Notlösung, sondern als genau das, was Kinder brauchen.
„Ich sehe Schulbegleitung nicht als Notlösung, sondern als genau das, was Kinder brauchen. Und ich bin überzeugt: Es ist möglich, sie besser zu machen.“

Also, auf geht's.