01 · Kindheit
Noten waren mir nicht wichtig. Freunde schon.
Gute Noten zu schreiben war mir nie wichtig – denn davon hatte ich in dem Moment nichts. Das Hier und Jetzt war für mich als Kind das Wichtigste. Was in zehn Jahren ist? Das spielte für mich als neurodivergentes Kind keine Rolle. Warum sollte ich als Zehnjähriger für etwas arbeiten, dessen Früchte ich vielleicht erst in zehn Jahren ernte?
Gemocht zu werden – das war mir am wichtigsten. Das waren meine inneren Wünsche. Nach außen machte mich das zum „Problemkind“: massive Störung des Unterrichts, tägliche Konflikte, unentschuldigtes Fehlen. Das volle Programm eben. Dabei war mir der Unterricht gar nicht egal. Aber manches verstand ich ohne Hilfe einfach nicht – und fragen fiel mir schwer, weil ich Angst hatte, „dumm“ zu wirken.
Gemocht zu werden – das war mir am wichtigsten.